Studienreise nach Albanien

 

 

 

Albanien als Reiseziel überrascht.

 

28 AbsolventInnen wagten sich im September in das Land mit außergewöhnlicher Geschichte.

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Eine 16-stündige Busfahrt entfernt liegt das Land der Gegensätze. Albanien, das geografische Bindeglied zwischen den ehemaligem Jugoslawien-Staaten und Griechenland. Dieses Land mit einzigartiger Geschichte in Kurzform zu portraitieren, ist beinahe unmöglich.

 

Bis in die späten 80er Jahre war Albanien ein militanter kommunistischer Staat, in dem alle Religionen außer dem Kult um Parteichef Enver Hoxha verboten waren. Atheismus als Staatsreligion, die vorübergehende Isolation des Landes und etwa 700.000 Fertigteil-Betonbunker, die die paranoiden Vorstellungen Hoxhas kennzeichneten, prägen das Land bis heute.

 

Albanien: Ein Land, mit unberührter Natur, die schöner nicht sein könnte. Ein Land, mit großartiger Architektur, geprägt von der Baukunst der Illyrer, Osmanen, Venezianer, von kommunistischen Plattenbauten und – nicht zu vergessen – von Bunkern. Ein Land, mit der heute größten Mercedes-Dichte der Welt. Ein Land, in dem seit der Aufhebung des Religionsverbotes verschiedenste Religionen in Akzeptanz und Toleranz nebeneinander existieren. Ein Land, in dem Zustimmung durch seitliches Kopfschütteln und „nein“ durch ein Heben des Kopfes signalisiert wird. Ein Land, in dem viele Jugendliche keine Zukunft sehen und deshalb in andere Staaten Europas emigrieren.

Die Reise durch dieses einmalige Land verdient auch einen eimaligen Reisebericht. Dieser entstand noch während der Heimfahrt und jedeR ReiseteilnehmerIn verewigte sich mit exakt einem Satz. Gemeinsam entstand eine einzigartige Dokumentation der Albanien­reise, die an dieser Stelle ausschnittsweise veröffentlicht wird. Zugunsten der Authentizität und um das geistige Potenzial der Reisenden während einer 16-stündigen Busfahrt zu veranschaulichen, werden die Textpassagen ohne stilistische Überarbeitung gezeigt – original und unverfälscht!

 

„Es war an einem Dienstagabend: 28 YsperabsolventInnen, 2 Busfahrer und 1 Bus. Obwohl 28 Teilnehmer war nur eine Masse, die sich während der Reise variabel verändern ließ. Vor allem weil drei „Business Class“ Teilnehmer über Podgorica eingeflogen wurden. Über zahlreiche steile Pässe und mehr oder weniger kooperative Grenzbeamte ging es direkt nach Shkodra in Albanien. Bevor es weiter in den Norden von Albanien ging, gingen die Reiseteilnehmer in Shkodra ihrer liebsten Beschäftigung nach: dem Essen. Nach dem Mittagessen folgte die Fahrt nach Pukë, einer Kleinstadt in den Bergen, wo eine Brauerei und eine Dirndlsaftproduktion sowie ein Frauenprojekt besucht wurden. Am Donnerstag führte unsere Reise uns in die kleine Ortschaft Fushë Arrëz. Dort gab es eine Festung mit zwei äußerst sympathischen Klosterschwestern,..." welche Sozialprojekte für arme Familien betreiben "... und einer fetten Süßspeise. Abends ging es weiter mit einem Agro-Pionier und der wahrscheinlich ziegigsten Nachspeise der Welt.

 

Am nächsten Tag starteten wir mit einer kleinen Wanderung im Valbonatal, die eigentlich eher ein Spaziergang war, und kamen dabei in einem kleinen abgelegenen Dorf vorbei. Die Zeit, die uns für ein Bierchen dort fehlte, haben die Bunker in Anspruch genommen, welche dem Absolventen-Ansturm nicht standhalten konnten. Das Bierchen konnten wir bei leckerem Balkan-Fastfood nachholen. Das Balkan-Fastfood-Mahl wurde in atemberaubender albanischer Geschwindigkeit zubereitet."

 

An dieser Stelle der Reise angelangt stellten wir uns einmal mehr die Frage, wie die AlbanerInnen es schaffen den Ziegengeschmack in sämtliche Süßspeisen zu packen. Zum Glück hatten wir während der Bootsfahrt über den Stausee nach Koman ausreichend Zeit dieses Phänomen zu diskutieren und gleichzeitig die atemberauende Landschaft zu genießen. Da unser liebgewonnener Reisebus an die Landroute gebunden war, also nicht über den Stausee fahren konnte, reisten wir mit Furgons, den albanischen Mini-Bussen, zurück nach Shkodra.

 

Der nächste Tag führte uns nach der Besichtigung einer Baustofffirma schlussendlich ans Meer. Trotz der eher kühlen Temperaturen konnten wir einem Sprung ins kühle Nass nicht widerstehen. Inspiriert vom vormittäglichen Firmenbesuch wurde sogleich die hohe Kunst des Sandburgenbaus geübt. Mit ausgedehntem Spaziergang entlang der Küste, vorzüglichem Abendessen am Strand und vergnüglichem Tanzfest im Quartier hinterließ Albanien den besten letzten Eindruck, etwas wehmütige Abschiedsstimmung und das leise Gefühl irgendwann zurückkehren zu wollen.

 

 

"Frühmorgens wieder unterwegs geht’s müde aber mit guter Miene Richtung Dubrovnik, durch zwei Grenzübergänge. Foto schießend schlichen wir auf müden Pfoten, über die [haha] touristisch kaum bekannte Stadtmauer des kleinen Städtchens Dubrovnik! Zahlreiche Fischplatten in Pfannen serviert mit Blick auf den Hafen in der Abendsonne schimmernd beendeten wunderschöne fünf Tage am Balkan. Die Ziegen hatten gewonnen, Albanien gehörte wieder ihnen."